01 · Mein eigener WegLange dachte ich, bestimmte Dinge seien einfach nicht für mich bestimmt.
Ich hielt mich für eher zurückhaltend, beobachtend und besonnen. Viele Rollen, die ich später übernehmen würde, passten damals nicht zu meinem Bild von mir selbst.
Mit 23 Jahren übernahm ich nach einem familiären Schicksalsschlag Verantwortung für eine bestehende Agentur für Führungskräftecoachings und Trainings mit Trainer:innen aus dem Theaterbereich.
Plötzlich führte ich Verhandlungen, traf weitreichende Entscheidungen und arbeitete mit Menschen zusammen, die deutlich mehr Erfahrung hatten als ich.
Und ich fühlte mich überhaupt nicht bereit.
Nicht kompetent genug.
Zu jung.
Zu unerfahren.
Rückblickend war diese Zeit eine wichtige Schwelle für mich. Denn ich begann zu verstehen, wie sehr unser Handeln von den Geschichten geprägt wird, die wir über uns selbst erzählen.
Viele meiner damaligen Überzeugungen stellten sich später als deutlich weniger wahr heraus, als sie sich angefühlt hatten.
02 · SelbstbilderWir sind oft facettenreicher, als wir glauben.
Einige Jahre später leitete ich selbst Trainings zu Präsenz, Auftreten, Storytelling und Expressivität. Ausgerechnet Themen, bei denen ich mich früher sehr viel eher als Teilnehmerin gesehen hätte.
Die Zusammenarbeit mit Menschen aus Theater und Training hat mir dabei etwas gezeigt, das meine Arbeit bis heute prägt:
Wir sind oft viel facettenreicher, als das Bild, das wir von uns selbst haben.
„So bin ich eben.“
„Das war schon immer so.“
Solche Sätze begegnen mir immer wieder. Und manchmal stimmen sie. Manchmal erzählen sie aber auch nur einen Teil der Geschichte.
Mich interessiert der Moment, in dem wir beginnen, diesen Geschichten mit etwas mehr Neugier zu begegnen. Was davon passt noch zu mir? Was habe ich irgendwann über mich gelernt? Und was könnte passieren, wenn ich etwas anderes ausprobiere?
Nicht, um jemand anderes zu werden. Sondern vielleicht, um ein bisschen mehr von dem kennenzulernen, was ohnehin schon da ist.
03 · Meine HaltungVerstehen statt optimieren.
Ich glaube nicht, dass Menschen vor allem mehr Disziplin, mehr Wissen oder noch bessere Strategien brauchen.
Viele von uns wissen bereits erstaunlich viel über sich. Was häufig fehlt, ist ein Raum, in dem wir genauer hinschauen können.
Auf Muster, Bedürfnisse, Erwartungen, Ängste, Wünsche und manchmal auch auf die kleinen Widersprüche zwischen dem, was wir eigentlich wollen, und dem, was wir tatsächlich tun.
Daraus kann Klarheit entstehen. Nicht die Klarheit, die jemand von außen vorgibt.
Sondern die Klarheit, die entsteht, wenn wir beginnen, uns selbst wieder genauer zuzuhören.
Meine Arbeit ist neugierig, erfahrungsorientiert und von systemischen Perspektiven geprägt. Ich schätze Struktur genauso wie Leichtigkeit, Tiefgang genauso wie Humor.
Wir können verstehen, analysieren und sehr kluge Dinge über uns sagen. Aber manches verändert sich erst, wenn wir anfangen, etwas anders zu erleben.